Energie
8. September 2019
Ressourcen und Abfall
6. März 2019

MOBILITÄT

Mobilität wandelt sich und wir gestalten sie aktiv mit. Sowohl auf dem Flughafengelände als auch im Alltag unserer Mitarbeiter fördern wir eine nachhaltige und umweltschonende Ausrichtung des Verkehrs.

E-MOBILiTÄT

 

Was?

  • Wir erhöhen die Anzahl an Ladepunkten auf dem Flughafengelände und errichten Schnellladesta­tionen.
  • Gemeinsam mit Experten entwickeln wir ein ganzheitliches E-Mobilitätskonzept für den Hannover Airport.

Wo?

  • auf dem Vorfeld und nahe der Parkhäuser

Warum?

  • um die Lärm- und Schadstoffbelastung der Mitarbeiter auf dem Vorfeld zu verringern
  • um den Hannover Airport auch für die private E-Mobilität fit zu machen

UNSER WEG ZUR E-MOBILiTÄT

Eines Tages ausschließlich mit einem E-Auto unterwegs sein? Für Uwe Heyne und Jörg Schwarzer durchaus vorstellbar. Was für sie momentan jedoch noch Zukunftsmusik ist, wird am Hannover Airport zur Realität. Stück für Stück. Für die Mitarbeiter auf dem Vorfeld. Für Passagiere. Und für Dienstleister vor Ort.

Uwe Heyne und Jörg Schwarzer


 
 
 
 
Elektro-Power
Selbst alle Gabelstapler der ASH haben einen Elektro­motor. Damit schützen wir vor allem unsere Mitarbeiter in der Lagerhalle – vor Emissionen und schädlicher Lärmbelästigung.

Ansgar Hund, Leiter Lager, Qualitätsmanager und Umweltkoordinator (ASH)

 
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Ihre Aufgaben könnten unterschiedlicher nicht sein. Und trotzdem arbeiten die beiden eng zusammen. Uwe Heyne ist Bereichsleiter Opera­tive Dienste bei der AGS. Jörg Schwarzer sitzt in der Abteilung Planen und Bauen des Hannover Airport. Der eine koordiniert die Arbeit auf dem Vorfeld. Der andere plant und setzt Bauprojekte um. Was ihre Arbeit zusammenbringt: die Umrüstung auf E-Mobilität.

Elektro auf dem Vorfeld

Schon heute besteht der Fuhrpark der AGS zu 40 Prozent aus Elektrofahrzeugen. „Tendenz steigend“, betont Uwe Heyne. Push-back-Fahrzeuge, Gepäckschlepper, Kleinflugzeugschlepper und Pkws. Anfang 2020 kommt sogar der erste Elektro-Highlifter dazu. Und auch Gerätschaften wie Powerstows und Förderbänder haben einen Elektromotor. „Dafür brauchen wir eine gut ausgebaute Ladeinfrastruktur. Diese stellt uns der Hannover Airport zur Verfügung.“ Von 2015 bis 2019 hat er die Anzahl der Ladepunkte auf dem Vorfeld stetig erhöht. Von 64 auf 82. Bis 2021 sollen der AGS schließlich 98 zur Verfügung stehen. „Wenn es um Lademöglichkeiten geht, orientieren wir uns an den Anforderungen unseres Tochterunternehmens“, so Jörg Schwarzer. Die Motivation auf beiden Seiten: Es geht um die Gesundheit der Mitarbeiter auf dem Vorfeld. Weniger Emissionen, geringere Lärmbelästigung. Aber auch der Umweltschutz spielt eine Rolle. „Hier können wir unser Engagement zur Reduzierung der CO2-Belastung mit dem Gesundheitsschutz unserer Mitarbeiter verbinden“, erklärt Uwe Heyne.

Mit dem E-Auto zum Abflug

Doch auch über den Vorfeldbetrieb hinaus spielt E-Mobilität eine wichtige Rolle. „Wir blicken auch auf unsere Fluggäste und Besucher. Für diese stehen bereits einige Ladestationen zur Verfügung“, so Jörg Schwarzer. Noch reisen verhältnismäßig wenig Kunden mit einem E-Auto an. „Das wird aber nicht so bleiben. Die Nachfrage nach Lademöglichkeiten steigt stetig an. Dafür wappnen wir uns“, erzählt er. „Wir wollen ermöglichen, dass wirklich alle Passagiere ihr Auto bei uns laden können. Eine große Herausforderung.“

Hürde für Hürde

Ein ganzheitliches Konzept ist gefragt. „E-Mobilität stellt komplexe Anforderungen an uns. In erster Linie an unser Stromnetz.“ Dessen Leistungsfähigkeit muss sukzessive erhöht werden. „Die derzeitigen Transformatorkapazitäten reichen für den zukünftigen Bedarf nicht aus“, erklärt Jörg Schwarzer. Hinzu kommt das Thema Brandschutz. Hier fordert die Flughafenfeuerwehr: Ladestationen müssen im Falle eines Brandes schnell erreicht werden können. „Aus diesem Grund halten wir die Ladestationen künftig aus den Parkhäusern fern. 20 weitere Ladepunkte errichten wir draußen. In der Nähe von Parkhaus eins. Diese Anzahl werden wir schrittweise erhöhen, abhängig vom Bedarf.“ Und auch die Ladeprozesse an sich müssen anders gestaltet werden. „Wenn ein Passagier verreist ist, kann er sein aufgeladenes Auto nicht wegfahren und Platz für ein neues schaffen. Es würde sich ein Ladestau bilden.“

Cleverer laden

Um diese Hürden zu überwinden, holt sich der Hannover Airport Partner mit ins Boot. „Wir sind als Flughafen Experte für Luftfahrt, nicht für E-Mobilität. Deshalb benötigen wir externe Hilfe. Energieversorger, die uns bei dem gesamten Umstrukturierungsprozess unterstützen“, betont Jörg Schwarzer. Notwendig wird in erster Linie ein intelligentes Lademanagementsystem. Dieses erkennt, wie viele Fahrzeuge angeschlossen sind. Automatisch drosselt oder beschleunigt es dann die Ladevorgänge. Immer in Abhängigkeit von der Leistungsfähigkeit des Stromnetzes. Bei der AGS geht ein solches System bereits 2020 in Betrieb. „Wir müssen die Ladevorgänge geschickt steuern. Aber auch so gut es geht beschleunigen.“

Schneller laden

Deshalb werden auch Schnellladestationen am Hannover Airport unerlässlich. „Am besten unter freiem Himmel“, weiß Jörg Schwarzer. „So umgehen wir die Brandschutzproblematik in den Parkhäusern.“ Bis 2020 werden zunächst vier solche Schnellladestationen installiert. Hinter dem Parkhaus eins oder auf dem Parkplatz zehn. Was jedoch bei all den Bemühungen nicht vergessen werden dürfe, sei die Stromerzeugung. „E-Mobilität ist nur dann umweltschonend, wenn der Strom auch nachhaltig produziert wird. Hier müssen wir auf einen zukunftsfähigen Energie-Mix setzen. All das zeigt, wie lang der Weg zur E-Mobilität ist. Trotzdem gehen wir ihn. Schritt für Schritt.“

 
 
Elektro für kurze Strecken
Auch unsere Techniker sind mit zwei Elektro­fahrzeugen auf dem Flughafengelände unterwegs. Eine umweltschonende Alternative zu den gewöhnlichen Pkws – besonders für kurze Strecken.

Larissa Krüger, Unternehmenskommunikation und Marketing, Umweltkoordinatorin (AirIT)

 
 
 
Energie selbst produziert
Den Großteil des Energiebedarfs für das Heizen und Klimatisieren in den Terminals decken wir am Hannover Airport selbst. Dazu betreiben wir zwei Blockheizkraftwerke. Das Prinzip: Durch Kraft-Wärme-Kopplung erzeugen wir umweltfreundlich Strom und Wärme. Nur dann, wenn unsere Kraftwerke nicht zur Verfügung stehen, müssen wir zusätzlich Strom einkaufen. Zuletzt war das 2019 leider zweimal der Fall. Nach jeweils etwa zehn Wochen konnten wir die Strom- und Wärmeproduktion jedoch wieder aufnehmen.

Carsten Skwirblies, Leiter Versorgungsdienste

Die Ladezeit an den Schnellladestationen

beträgt 20 bis 60 Minuten.

 

GRÜNER ALS SIE DENKEN – NACHHALTIGKEIT MIT NEUEM HORIZONT

Der Anteil an Neuzulassungen von E-Autos steigt. Weltweit liegt er 2025 Schätzungen zufolge schon bei 15 bis 25 Prozent. In Deutschland werden dann bis zu 6,5 Prozent der Autos einen Elektromotor haben.* Dafür macht sich der Hannover Airport bereit. Doch er rüstet auch seinen eigenen Fuhrpark um. Genauso wie die AGS. Auch aus Gründen der Mitarbeitergesundheit. Für ein weniger lautes und grüneres Vorfeld.

*Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) 2018

 

Sustainable Development Goal

WIR FÖRDERN DEN EINSATZ ERNEUERBARER ENERGIEN
WIR SCHÜTZEN UNSERE MITARBEITER AM ARBEITSPLATZ

JOBTICKET

 

Was?

  • Wir stellen unseren Mitarbeitern ein Ticket für das Verkehrsgebiet des GVH Hannover kostenlos zur Verfügung.

Wo?

  • für bis zu vier Zonen im Raum Hannover

Warum?

  • um den Wünschen der Mitarbeiter nach­zukommen
  • um die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs zu fördern
  • um die Mitarbeiter auch in ihrer nachhaltigen Freizeit­gestaltung zu unterstützen

MITARBEITER MACHEN MOBIL

Um zur Arbeit zu kommen, steigen Anne Krieger und Dirk Remmers in die Bahn. Die Biltrollerin in Kirchrode. Der Kommunikationselektroniker in Davenstedt. Mit ihrem kostenlosen Jobticket geht es zum Hannover Airport. Seit 2013 profitieren sie von dem Angebot ihres Arbeitgebers AirITSystems. Während der Fahrt haben sie Zeit für sich. Und die nutzen sie ganz unterschiedlich.

Dirk Remmers und Anne Krieger


 
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Nicht selten vertieft sich Anne Krieger in ihr Spanischbuch. „Ein Freund von mir kommt aus Mexiko. Auf dem Weg zur Arbeit lerne ich deshalb manchmal Vokabeln.“ Und auch Dirk Remmers weiß sich seine Zeit zu vertreiben. Meistens mit Science-Fiction-Literatur. „Oder auch mal mit einem Fitzek-Thriller“, erzählt er. Von Tür zu Tür brauchen beide etwa eine Stunde. Keine vergeudete Zeit. „Manchmal trifft man in der Bahn oder im Bus auch Kollegen. Dann plaudert man etwas.“

Ein Impuls aus dem Unternehmen

Angestoßen hat die Idee Dirk Remmers selbst. „Unser Standort in Frankfurt hatte das Jobticket für seine Mitarbeiter zu dem Zeitpunkt schon. Deshalb brachte ich den Vorschlag auch bei uns ein.“ Und das mit Erfolg. Für bis zu vier Zonen im Raum Hannover werden die Kosten übernommen. „Das Angebot gilt für alle Mitarbeiter ohne Firmenwagen,“ erklärt er. Lediglich geringfügig Beschäftigte sind davon ausgeschlossen. „Das zeigt, dass unsere Stimmen gehört werden. Es ist ein Zeichen der Wertschätzung“, findet Anne Krieger. „Schließlich sind die Kosten, die das Jobticket verursacht, nicht zu unterschätzen.“ Kosten, die AirITSystems jedoch gerne in Kauf nimmt. Aus Gründen der Mitarbeiterzufriedenheit, der Arbeitgeberattraktivität – und des Umweltschutzes.

Nachhaltig zur Arbeit

Denn mit dem Jobticket will das Unternehmen auch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel fördern. Das reduziert Emissionen. „Vorher bin ich tatsächlich häufiger mit dem Auto zur Arbeit gefahren“, erzählt Dirk Remmers. „Jetzt ist es gar keine Frage mehr: Man nimmt die Bahn.“ Ein Umdenken im Sinne der Umwelt, von dem auch der Geldbeutel der Mitarbeiter profitiert. „Man spart die Kosten für Benzin oder Diesel. Und man darf das Ticket selbstverständlich auch in der Freizeit nutzen“, betont Anne Krieger. Motivation, auch privat öfter mal das Auto stehen zu lassen.

In der Freizeit mobil

„Seitdem ich das Jobticket habe, nutze ich den öffentlichen Nahverkehr auch im Alltag viel häufiger. Morgens, mittags, abends. Unter der Woche und am Wochenende. Es gilt rund um die Uhr“, schwärmt sie. Ein weiterer Vorteil: Montags bis freitags ab 19:00 Uhr können kostenlos bis zu drei Kinder oder ein weiterer Erwachsener mitgenommen werden. Samstags und an Sonn- und Feiertagen sogar ganztägig. „Das Jobticket hat nicht nur nachhaltige Auswirkungen auf uns Mitarbeiter, sondern auch auf unsere Angehörigen“, erklärt Dirk Remmers. Hinzu kommt ein gesundheitlicher Aspekt. Man bewege sich mehr, betonen die beiden. Das gehe auch anderen Kollegen so. Zur Bahnstation laufen, umsteigen: Es gibt sogar Tage, an denen Dirk Remmers die Fahrt zur Arbeit mit Sport verbindet. „Einen Teil der Strecke lege ich manchmal mit dem Fahrrad zurück. Unterwegs springe ich dann irgendwo in die Bahn.“

Optimierungspotenzial

Für sie beide, so betonen sie, sei das Jobticket perfekt. Sie machen aber auch deutlich: „Das Angebot würden noch mehr Kollegen nutzen, wenn die Anbindung an den Flughafen besser wäre.“ Ein Problem sei zum Beispiel die schlechte Taktung der Bahnen. Ab Hannover Hauptbahnhof geht es nur alle 30 Minuten zum Airport. „Es gibt Kollegen, deren U- und Straßenbahnen dort so ungünstig ankommen, dass sie fast eine halbe Stunde auf ihre S-Bahn warten müssen“, erklärt Dirk Remmers. „Das ist nicht optimal.“ Trotzdem sind die beiden sehr dankbar. „Ich gewinne Zeit für mich. Ich bin umweltschonender unterwegs. Und ich profitiere auch in meiner Freizeit davon“, bringt es Anne Krieger auf den Punkt. „Eine wirklich nachhaltige Maßnahme von AirITSystems.“

 
 

Nur 18 Minuten benötigt die S5 zwischen Hannover HauPtbahnhof und Hannover Airport.