Sport
3. März 2019
Nachwuchsförderung
2. März 2019

Arbeitssicherheit

Die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiter stehen an oberster Stelle. Deshalb gestalten wir zum Beispiel die Übungen der Flughafenfeuerwehr so realistisch wie möglich. Außerdem bemühen wir uns, die Belastungen unserer körperlich arbeitenden Mitarbeiter zu reduzieren.

Ankauf einer Transall

 

Was?

  • Im Januar 2019 hat der Hannover Airport eine ausgeflottete Transall der Bundeswehr erworben.

Wo?

  • neben der Flugzeughalle 3 im Osten des Flug­hafengeländes

Warum?

  • um die Übungseinsätze der Flughafenfeuerwehr realistischer zu gestalten
  • um innerbetriebliche Abläufe wie Bodenab­fer­tigung und De-Icing sowie Zoll- und Polizei­einsätze effektiver üben zu können

TRAINING MIT DER TRANSALL

Lange hat Christopher Selle darauf hin­gearbeitet. Jetzt ist sie da: die Transall C-160 50+54. Einst Teil des Lufttransport­geschwaders 63 am Fliegerhorst Hohn. Künftig ein Übungsobjekt am Hannover Airport. Davon profitiert auch die Flug­hafenfeuerwehr. In Zusammenarbeit mit Karsten Habermann wurde das ehemalige Transportflugzeug nun umgerüstet – zum vielseitig einsetzbaren Trainingsgerät.

Karsten Habermann und Christopher Selle


 
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Auf 12.466 Flugstunden blickt sie zurück. Darunter Einsätze in Afghanistan, Afrika und Australien. „1993 wurde die Transall auf dem Weg nach Sarajevo sogar beschossen“, weiß Christopher Selle, Leiter des Sicher­- heits­managementsystems am Hannover Airport. Danach ging es zur Reparatur nach Hohn. Inzwischen wird sie bei der Bundes­- wehr ausgeflottet. „Über die Verwertungs- gesell­schaft des Bundes (VEBEG) fand sie schließlich zu uns.“

Langer Weg nach Hannover

„Viereinhalb Jahre hat der Prozess gedauert“, erinnert er sich. Im März 2019 war es dann so weit. Die Transall setzte zu ihrer letzten Landung an. Am Hannover Airport. Anstatt verschrottet zu werden, beginnt nun ihr zweites Leben als Übungsflugzeug. Und das in Park­position. Denn in der Luft kommt sie nicht wieder zum Einsatz. „Sie ist ausschließlich für Bodenübungen gedacht. Außerdem wurde alles ausgebaut, was militärisch nutzbar ist. 62 hochwertige Teile ­gingen zurück an die Bundeswehr“, erklärt er. Eine Grundvoraussetzung, um die Transall für Übungs- und Trainingszwecke nutzen zu dürfen. Attrappen aus dem 3-D-Drucker vervollständigen nun das Armaturenbrett.

Es profitieren viele

„Die Transall ist ein echter Gewinn. Besonders für die Flughafenfeuerwehr“, berichtet Karsten Habermann, Leiter Brandschutztechnik. Anfahrübungen mit Flugfeldlöschfahrzeugen, Personenbergung, Pilotenrettung. „Bislang mussten wir immer an Passagierflugzeugen trainieren. Diese durften wir aber nicht berühren. Das war Vorgabe der Airline. Mit der Transall werden unsere Übungen nun viel effektiver“, erzählt er. Denn auch Inneneinsätze können durchgespielt werden. Hierfür simuliert eine Berauchungsanlage den Ernstfall. Beste Trainingsbedingungen für die Feuerwehr – genauso wie für den Zoll und die Bundes- und Landespolizei. „Die trainieren hier zum Beispiel mit Spürhunden“, erzählt Christopher Selle. Doch es geht nicht nur um Sicherheit. „Auch die Bodenabfertigung und das De-Icing können geübt werden. Die Transall ist wirklich universell einsetzbar.“

Umgebaut und umgerüstet

Zunächst wurde das ausrangierte Flugzeug beschwert. „Mit acht Tonnen Sandsäcken“, erinnert sich Karsten Habermann. Danach wurde ein externer Stromanschluss gelegt. „Für die Berauchungs- und Lüftungsanlage und für die Beleuchtung.“ Hinzu kamen Absturz­sicherungen an den Türen. Gitter, die auf Übungs­einsätzen vor Unfällen schützen. Ein Elektromotor für die Heckklappe und weitere Sitzreihen komplettieren den Ausbau. „Es soll so gut es geht an ein gewöhnliches Passagierflugzeug erinnern.“ Eine Arbeitsgruppe der Technischen Dienste und der Feuerwehr hat die Umrüstung vorgenommen.

Buchbar über Outlook

„Jeder, der Interesse hat, darf die Transall nutzen. Nach gewissen Spielregeln“, erklärt Chris­topher Selle. Vielleicht steht sie sogar vereinzelt für besondere Besucherführungen offen. Im Fokus steht allerdings der Übungszweck. Termine können ganz normal über Outlook gebucht werden. Wie ein Besprechungsraum. Die Koordination übernimmt Selle selbst. Er ist froh, dass der Ankauf der Transall von allen Seiten auf positive Resonanz trifft. „Die C-160 50+54 steht für ein Stück Luftfahrtgeschichte. Es freut uns, dass sie ihre Rente bei uns am Hannover Airport antritt.“

 
 

TRANSALL C-160 – Technische Daten

  • Spannweite: 40 m
  • Gesamtlänge: 32,40 m
  • Höhe: 12,36 m
  • Leergewicht: 28 t
  • Max. Abfluggewicht: 49,15 t
  • Max. Nutzlast: 16 t
  • Tankfassungsvermögen: 16.490 l
  • Geschwindigkeit: 475 km/h (262 kn)
  • Reichweite: 4.500 km
  • Steiggeschwindigkeit: 8,5 m/s

Exoskelette

 

Was?

  • Wir haben für unsere Mitarbeiter passive Exoskelette angeschafft, die zur freiwilligen Nutzung bereitstehen.

Wo?

  • im Lager und bei der Flugzeugabfertigung auf dem Vorfeld

Warum?

  • um dauerhaft die Belastung unserer körperlich arbeitenden Mitarbeiter zu senken und gesundheitlichen Langzeitfolgen vorzubeugen

WENIGER LAST AUF DEN SCHULTERN

Bevor seine Schicht beginnt, legt sich Carsten Sendkto sein Exoskelett an. Mittlerweile fast schon Routine. Eng umgeschnallt, entlastet es seinen Rücken und schont seine Wirbelsäule. Eine Unterstützung, die der Luftfracht-Lagerarbeiter nicht mehr missen möchte. Zur Verfügung stehen die Exoskelette Mitarbeitern der ASH. Das Ziel: Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz fördern. Auf lange Sicht.

Carsten Sendkto


 
 
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Was ist ein Exoskelett?

Eine Art stützende Apparatur. Sie wird ähnlich angelegt wie ein Rucksack. Richtig eingestellt, unterstützt sie uns beim Handling schwerer Packstücke. Ich persönlich arbeite im Lager im ACT. Mein Job ist es, die angelieferte Luftfracht auf- und abzuladen. Dabei entlastet mich mein Exoskelett enorm. Da ich es regelmäßig benutze, ist es bereits auf meine Größe eingestellt. Deshalb ist es vor Schichtbeginn schnell angelegt. Wirklich nützlich und nahezu wartungsfrei.

Wie funktioniert es?

Das Exoskelett liegt an verschiedenen Punkten am Körper an. Zentral sind hier vor allem der Brustkorb und die Oberschenkel. Wenn ich mich bücke, um ein Frachtobjekt anzuheben, erzeugt es an diesen Stellen einen Gegendruck. So stützt es mich und hilft mir beim Aufrichten. Insbesondere der Rücken und der Lenden­bereich werden entlastet. Das macht einen Unterschied. Vor allem für jemanden, der am Tag Hunderte von Paketen bewegt. Wichtig ist jedoch: Die Bewegung führe ich allein durch. Es gibt keinen pneumatischen oder elektrischen Antrieb. Wir sprechen deshalb auch von passiven Exoskeletten. Es geht lediglich darum, die Belastung zu verringern.

Und das gelingt?

In meinem Tätigkeitsfeld sogar sehr gut. Ich habe weitaus weniger Rückenschmerzen als zuvor. Deshalb würde ich auf mein Exoskelett nicht mehr verzichten wollen.

Wann sind Exoskelette sinnvoll – und wann nicht?

Sie helfen dann, wenn man – so wie ich – hauptsächlich stehend arbeitet. Hier können sie ihre Stützwirkung entfalten. Anders ist es aber bei Kollegen, die die meiste Zeit gebückt oder kniend verbringen. Das ist häufig im Inneren eines Flugzeugcontainers der Fall. Hier schränken Exoskelette eher ein. Deshalb wird dort in der Regel auf ihren Einsatz verzichtet.

Wer hat die Anschaffung der Exoskelette initiiert?

Die Idee kam von ganz oben – von der Geschäftsführung der ASH. Es begann mit einer Testphase Ende 2018. Vier Wochen lang probierten sieben Tester die Exoskelette aus. Zunächst nur für ein paar Stunden pro Tag. Sukzessive wurde die Tragedauer erhöht. Das Fazit fiel schon nach kurzer Zeit positiv aus. Natürlich mussten wir uns zunächst an die stützende Apparatur gewöhnen. Zu Beginn war das sicherlich eine Umstellung. Mittlerweile bin ich aber davon überzeugt, dass sich die Anschaffung gelohnt hat. Ich kann nur für mich sprechen, aber ich muss sagen: Meiner Gesundheit tun die Exoskelette ohne Frage gut.

 
 
Eine echte Hilfe: Powerstows
Körperliche Belastungen reduzieren: Powerstow-­Förderbänder unterstützen uns beim Verladen von Gepäckstücken. Sie entlasten die Rücken unserer Mitarbeiter, verursachen kaum Lärm und stoßen keine Emissionen aus. Acht sind bislang im Einsatz. Tendenz steigend.

René Jeske, Leiter Geräteservice (AGS/GS)

Insgesamt 6 Exoskelette stehen den Mitarbeitern der ASH zur Verfügung.

Sicher ist sicher
In Sachen Arbeitssicherheit holen wir uns regel­mäßig Feedback von unseren Mitarbeitern. So können wir laufend neue Optimierungsvorschläge berücksichtigen. Das gelang uns auch 2018 bei der Erneuerung der persönlichen Schutzausrüstung.

René Jeske, Leiter Geräteservice (AGS/GS)

GRÜNER ALS SIE DENKEN – NACHHALTIGKEIT MIT NEUEM HORIZONT

Wertschätzung von Mitarbeitern bedeutet auch: Arbeits- und Gesundheitsschutz vor wirtschaftliche Interessen zu stellen. Deshalb sollen die Exoskelette auch nicht dazu motivieren, schneller zu arbeiten. Es geht nicht um kurzfristige Effizienzsteigerung. Im Fokus steht einzig und allein die Reduzierung der körperlichen Belastung. Davon profitieren in erster Linie die Mitarbeiter selbst. Doch auf lange Sicht zahlt sich das auch für die Aircargo Services Hannover GmbH aus.

 

Sustainable Development Goal

 
WIR SCHÜTZEN UNSERE MITARBEITER AM ARBEITSPLATZ