Nachwuchsförderung
2. März 2019

Lärm- und Schallschutz

In Sachen Lärmschutz unterstützen wir unsere Anrainer aktiv – und das über gesetzliche Vorgaben hinaus. Neben aktiven Maßnahmen zur Lärmreduzierung legen wir einen besonderen Fokus auf passiven Schallschutz. Auf gute Nachbarschaft.

Passiver Schallschutz

 

Was?

  • Wir statten unsere Anwohner nach gesetzlichen Vorgaben mit baulicher Schalldämmung aus – ergänzend zu aktiven Schallschutzmaßnahmen.
  • Freiwillig verzichten wir auf die Geltendmachung von gesetzlichen Fristen bei der Antragstellung.
  • Wir wickeln das Maßnahmenprogramm für die Anwohner ab und verlangen keine finanzielle Vorleistung.

Wo?

  • in den gesetzlich definierten Lärmschutzzonen um den Hannover Airport

Warum?

  • um den Anwohnern auch nach Ende der gesetzlichen Fristen baulichen Schallschutz zu ermöglichen
  • um die Belastung durch die Umbauarbeiten so gering wie möglich zu halten

DER LÄRM BLEIBT DRAUSSEN

Michael Staats widmete bereits einen Großteil seines beruflichen Lebens dem passiven Schallschutz. Zunächst als Planer von Fenster- und Glasfassaden in einem Ingenieurbüro. Inzwischen als Leiter Schallschutz­management am Hannover Airport. Er weiß ganz genau: Lärm am Flughafen ist unvermeidbar. Deshalb schützt der Hannover Airport seine Anwohner. Mit Engagement, das über gesetz­liche Anforderungen hinausgeht.


Michael Staats


 
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Aktiver und passiver Schallschutz – wo liegt der Unterschied?

Bei dem einen geht es um Vermeidung, bei dem anderen um Abschirmung von Lärm. Aktiver Schallschutz versucht, Lärmauswirkungen so gering wie möglich zu halten. Es werden die Lärmursachen bekämpft. Maßnahmen wie lärmabhängige Entgelte fördern zum Beispiel den Einsatz von leiseren Triebwerkstypen. Trotzdem lässt sich die Geräuschkulisse eines Flughafens niemals auf null drehen. Wir müssen also auch da ansetzen, wo unausweichlicher Lärm ankommt: an den Häusern unserer Anwohner. Diese unterstützen wir mit baulichen Schallschutzmaßnahmen. Passive Schall­dämmung, die aktive Schallreduzierung ergänzt.

Wozu ist der Hannover Airport gesetzlich verpflichtet?

Im September 2010 wurde ein Lärmschutz­bereich um den Hannover Airport herum fest­gelegt. Grundlage ist das Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm. Definiert wurden drei Zonen: die Tagschutzzonen 1 und 2 und die Nachtschutzzone. Innerhalb der Tagschutzzone 1 und der Nachtschutzzone besteht ein grundsätzlicher Anspruch auf baulichen Schallschutz für Wohngebäude. Die Qualität des Schallschutzes ist abhängig von der genauen Lage des Hauses. Hier sind verschiedene Pegelbereiche festgesetzt. Grundstückseigentümern in der Nachtschutzzone stehen gegebenenfalls Schallschutzfenster, Dachdämmung und Belüftungsanlagen in allen Schlafräumen zu. In der Tagschutzzone 1 auch in allen Aufenthaltsträumen.

Was macht der Hannover Airport freiwillig?

Für die Beantragung der Schallschutzmaßnahmen gelten gesetzliche Fristen. Rechtlich gesehen verfällt der Anspruch, sollte ein Anwohner diese versäumen. Für Wohngebäude in einem Pegelbereich höher als 60 Dezibel (A) in der Nachtschutzzone war das der September 2015. Genauso wie für Häuser in einem Pegelbereich höher als 70 Dezibel (A) in der Tagschutzzone 1. Für alle anderen anspruchsberechtigten Wohngebäude innerhalb der Schutzzonen ist offiziell Zeit bis September 2020. Wir berücksichtigen jedoch auch Anfragen nach Fristende. Wer seinen Antrag nicht fristgerecht bei der Unteren Bau­behörde eingereicht hat, kann ihn nachträglich bei uns am Hannover Airport stellen. Außerdem wickeln wir das gesamte Maßnahmenprogramm ab. Das heißt, wir unterstützen Anwohner bei der Einholung von Gutachten. Und wir helfen ihnen, passende Angebote zu bekommen. Unser Ziel ist es, ihnen Last von den Schultern zu nehmen. Dass niemand finanziell in Vorleistung gehen muss, ist für uns eine Selbstverständlichkeit.

Warum ist Ihnen Schallschutz so wichtig?

Wir legen großen Wert auf ein friedliches Miteinander. Das bedeutet: Wir richten unser Handeln nicht nur an unseren Kunden aus. Wir blicken auch auf unsere Nachbarn und ihre Gesundheit. Das ist essenziell, besonders angesichts unseres 24-Stunden-Betriebs. Deshalb bieten wir passiven Schallschutz auch schon seit vielen Jahren an. In zwei großen freiwilligen Schallschutz­programmen führten wir schon in über 4.000 Wohneinheiten passive Schallschutzmaßnahmen durch. Und das bereits, bevor das aktuelle Fluglärmgesetz in Kraft trat. Wohngebäude, die wir von 2007 bis 2010 – also vor der Festsetzung des Lärmschutzbereichs – ausgestattet haben, passen wir nun an gesetzliche Vorgaben an. Sie bekommen quasi ein Update für ihre Schalldämmung.

Wie finanziert der Hannover Airport diese Maßnahmen?

Ohne staatliche Zuschüsse. Im Rahmen unserer Flughafenentgelte zahlen Airlines für jeden Start und jede Landung Gebühren. Darin sind gesonderte Zahlungen für Schallschutz enthalten. Seit einigen Jahren haben wir diese speziellen Schallschutzentgelte jedoch gestrichen. Vorerst haben wir ausreichend finanzielle Mittel zurückgelegt. Die reichen voraussichtlich bis zum Ende des derzeitigen Erstattungsverfahrens nach dem Fluglärmschutzgesetz. Wir wollen unsere Anwohner schützen. Aber wir wollen auch unsere Airline-Partner nicht unnötigerweise belasten. Wie gesagt: Wir legen großen Wert auf ein friedliches Miteinander.

 

Bis heute mit passivem Schallschutz ausgestattete Wohneinheiten

  • Erstes freiwilliges Schallschutzprogramm 1996–2000: etwa 3.000
  • Zweites freiwilliges Schallschutzprogramm 2007–2010: etwa 1.000
  • Erstattungsverfahren nach Fluglärmschutzgesetz 2010–2020: etwa 226
 

Tagschutzzone 1  Tagschutzzone 2   Nachtschutzzone

 

GRÜNER ALS SIE DENKEN – NACHHALTIGKEIT MIT NEUEM HORIZONT

Am Hannover Airport herrscht 24-Stunden-Betrieb. Das verleiht der Notwendigkeit von Schallschutzmaßnahmen zusätzliche Bedeutung. Denn eines ist klar: Die Region braucht den Nachtflug. An ihm hängen laut einem Gutachten von Prof. Lothar Hübl und dem Pestel-Institut 2.400 Arbeitsplätze. 1.350 davon direkt auf dem Flughafengelände. Für den Hannover Airport Grund genug, sich auch über gesetzliche Vorgaben hinaus für den Schallschutz zu engagieren. Für eine gute Nachbarschaft. Und eine wirtschaftlich starke Region.